Arbeiterjugend

Sachsen war in der Weimarer Republik eine Hochburg der Arbeiterbewegung und hatte besonders im Erzgebirge, in Chemnitz und Leipzig mitgliederstarke Ortsverbände der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD) und der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD). Aufgrund ihrer Gegnerschaft zum Nationalsozialismus wurde die Arbeiterbewegung sofort nach der „Machtergreifung“ brutal verfolgt und verboten. Ein Teil von ihnen versuchte daraufhin, in der Illegalität die Arbeit fortzuführen. Zwei Jugendorganisationen sind für Sachsen hervorhebenswert:

Der Kommunistische Jugendverband Deutschlands (KJVD) rechnete 1933/34 damit, dass das NS-Regime nur eine kurze Episode bleiben würde. Der KJVD versuchte deshalb, die Verbandsstruktur in der Illegalität aufrechtzuerhalten und mit öffentlichkeitswirksamen Aktionen und Flugschriften gegen die NS-Diktatur zu kämpfen. Dennoch arbeiteten aufgrund der massiven Verfolgung auf das gesamte Sachsen bezogen nur wenige Jugendliche in solchen Gruppen. 1934 hatte der KJVD in Leipzig 240 Mitglieder, in Chemnitz 150 und in Dresden und Plauen jeweils 25.

Die Jugendorganisation der SPD, die Sozialistische Arbeiterjugend (SAJ), versuchte ebenfalls, illegale Strukturen zu erhalten. Als Freundeskreise getarnt, zogen sie sich in noch legale Sport- und Kulturvereine zurück und hofften, auf diese Weise die Zeit des Nationalsozialismus zu überstehen.

Die Gestapo verfolgte diese Aktivitäten rabiat und zerschlug bis 1935 die illegalen Strukturen, vor allem die des KJVD. Viele Mitglieder wurden verhaftet, misshandelt und zu Zuchthausstrafen verurteilt, einige kamen in Konzentrationslager. Dennoch trafen sich ab Ende der 1930er-Jahre unter noch größerer Vorsicht erneut ehemals organisierte Arbeiterjugendliche in Sachsen, diskutierten die politische Lage und hofften auf eine baldige Überwindung des NS-Regimes. Zu Beginn der 1940er-Jahre wurden zum Beispiel in Leipzig einige Jugendlichein kommunistischen Widerstandsgruppen erneut aktiv.

 

Bild: Ehemalige Mitglieder des KJVD, der SAJ und der Sozialistischen Arbeiterpartei auf einem Pfingstausflug in die Dübener Heide 1941. Solche illegalen Zusammenkünfte wurden getarnt als Wanderung bei der NS-Freizeitorganisation Kraft durch Freude (KdF) durchgeführt.

Quelle Bild: Stadtgeschichtliches Museum Leipzig

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