Hitlerjugend

Die Hitlerjugend (HJ) entstand Mitte der 1920er-Jahre als Jugendverband der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP) und hatte ihre Reichsleitung bis 1931 im sächsischen Plauen. Zunächst war die HJ nicht mehr als eine Splittergruppe. Beispielsweise hatte der „Gau Nordwestsachsen“, zu dem Leipzig und die umgebenden Landkreise gehörten, 1931 nur 371 Mitglieder.

Nach der „Machtergreifung“ der Nationalsozialisten 1933 wurde die hierarchisch strukturierte HJ mit ihren Untergliederungen Jungvolk, Jungmädel und Bund Deutscher Mädel zur alleinigen Jugendbewegung für alle Zehn- bis Achtzehnjährigen in Deutschland erklärt. Alle Jugendlichen sollten auf diese Weise im Sinne der Nationalsozialisten erzogen werden. Für individuelle Freiheiten war kein Platz mehr, denn alle anderen Jugendverbände wurden verboten, zwangsaufgelöst oder in die HJ eingegliedert. Zeitgleich gingen Hitlerjungen gewaltsam gegen Mitglieder anderer Jugendgruppen und diejenigen vor, die sich ihrem Herrschaftsanspruch widersetzten.

Die Mitgliedschaft in der HJ war zunächst freiwillig, obgleich an Schulen und in der Öffentlichkeit auf die Jugendlichen immer mehr Druck ausgeübt wurde. Ende 1935 waren bereits 48 Prozent aller Jugendlichen in der HJ organisiert. Im März 1939 bestimmte ein Gesetz, dass künftig alle Zehn- bis Achtzehnjährigen zum „Ehrendienst am deutschen Volk“ in der Hitlerjugend verpflichtet seien. Somit konnten Jugendliche sogar von der Polizei zum HJ-Dienst gezwungen werden. Die vormilitärische Ausbildung nahm vor dem Beginn des Zweiten Weltkrieges einen immer größeren Raum ein.

Im Verlauf des Zweiten Weltkrieges wurden HJ-Mitglieder zunehmend zu Hilfsdiensten an der „Heimatfront“ herangezogen: als Luftwaffenhelfer, Brandschutzwachen und zu anderen Tätigkeiten. Viele HJ-Führer gingen zur Wehrmacht, sodass bereits ab 1940 der eigentliche HJ-Dienst immer öfter ausfiel. Am Ende des Krieges wurden Hitlerjungen in den „Volkssturm“ eingezogen und gegen die Alliierten an die Front geschickt. Viele Jugendliche mussten diesen sinnlosen Kampf mit ihrem Leben bezahlen.

Auch der Bund Deutscher Mädel, die für Mädchen bestimmte Untergliederung der HJ, sollte die Kinder und Jugendlichen im Sinne des Nationalsozialismus erziehen. Hier sieht man eine BDM-Gruppe bei einem Ausflug am Leipziger Elsterflutbett.

 

Bild: Mitglieder einer Gruppe des Bundes Deutscher Mädel (BDM) bei einem Ausflug am Leipziger Elsterflutbett. Der BDM war die Unterorganisation der Hitlerjugend für Mädchen von 14-18 Jahren.

Quelle Bild: Privatarchiv Sascha Lange

 

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