Spurensuche

Unangepasstes Verhalten, Opposition und Widerstand von sächsischen Jugendlichen gab es nicht nur in Dresden und Leipzig. Auch in vielen anderen Orten versuchten Mädchen und Jungen sich gegen die NS-Normen zu behaupten und ihr eigenes, freies Jugendleben zu führen. Diese Gruppen entstanden nicht nur aufgrund politischer, kultureller oder religiöser Vorbehalte gegenüber dem Nationalsozialismus. Manchmal waren Jugendliche zunächst mit ihrem Dienst in der Hitlerjugend unzufrieden oder fühlten sich vom HJ-Streifendienst und den NS-Jugendschutzverordnungen schikaniert.

Indem sie ihre Freizeit selbstständig auf einem Cliquentreff oder in einem Tanzsaal gestalteten, brachen sie aus den NS-Normen aus und gerieten ins Fadenkreuz der HJ-Berichte oder polizeilicher Ermittlungen, weshalb wir überhaupt von ihnen wissen.

Leider sind über diese Gruppen gerade in den vielen Kleinstädten Sachsens bislang nur selten Quellen gesucht oder ist Hinweisen nachgegangen worden. Es kann aber davon ausgegangen werden, dass es sie in nahezu jeder sächsischen Stadt gab. Die Spurensuche geht also weiter …

 

Bild: Der Auzug aus einem Bericht der Hitlerjugend in Aue vom Oktober 1940 steht beispielhaft für die landesweite Beobachtung und Unterdrückung jugendlicher Aktivitäten außerhalb der gleichgeschalteten NS-Organisationen.

Quelle Bild: Sächsisches Staatsarchiv

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